Vom Nutzboden zum Design-Unikat

Sichtestrich & Estrichveredelung

Ihr Bestandsboden trägt mehr als Sie sehen. Mit mehrstufigem Diamantschliff und chemischer Vergütung wird aus einem Zementestrich ein hochbelastbarer Designboden mit Terrazzo-Charakter.

Substanz statt Verstecken

Estrich schleifen statt verstecken:
die Substanz wiederentdecken

Estrichveredelung heißt: Diamantschliff öffnet die Oberfläche und legt das Korngefüge frei, eine chemische Silikatvergütung reagiert tief in den Kapillaren mit dem freien Kalk aus der Zementhydratation und bildet dort ein neues, unlösliches amorphes CSH-Gel. Der Estrich wird nicht überzogen, er wird von innen dichter, härter, staubfrei.

Ein Zementestrich wurde in den meisten Bauten nur als Träger gedacht, als etwas, das später unter Teppich, PVC oder Fliesen verschwindet. Diese Perspektive kostet zweimal: einmal für den Estrich, einmal für den Belag, und noch einmal, wenn der Belag nach fünfzehn Jahren nachgibt. Die Alternative: Sie nutzen den Estrich als das, was er ist, einen tragfähigen, homogenen mineralischen Boden. Wenn seine Festigkeit passt, brauchen Sie keine zweite Ebene darüber, sondern nur die richtige Bearbeitung.

Das Ergebnis: ein monolithischer Sichtestrich, der die Nutzung eines Industriebodens mit der Optik eines Terrazzo verbindet. Ohne Beschichtung. Ohne Wartungszyklus, in dem etwas nachgezogen werden muss.

Wie die Silikatvergütung chemisch funktioniert, ist in unserem Verfahren beschrieben (Betonboden schleifen & polieren) im Detail dargestellt. Die Reaktion ist beim Zementestrich chemisch identisch mit der auf einem Betonboden.

Die Optik

Ihr Boden, Ihr Design:
von „Salz & Pfeffer" bis Terrazzo

Die Optik eines veredelten Sichtestrichs entsteht nicht aus einer Farbe. Sie entsteht aus der Schleiftiefe. Wie tief die Diamantwerkzeuge in die Oberfläche greifen, entscheidet, welches Gefüge Sie am Ende sehen. Und das ist die Entscheidung, die vor dem ersten Schleifgang zu treffen ist. Sie ist nicht reversibel.

Froschperspektive eines minimalistischen Raumes mit einem geschliffenen Sichtestrich in Salz-und-Pfeffer-Optik - im Hintergrund ein Holztisch und Stuhl - Visualisierung von homogenem Design für Lofts und Büros.

Die Industrie-Optik („Salz & Pfeffer")

Bei minimalem Abtrag von etwa 0,5 bis 1 mm werden die feinen Zementsteinpartikel und die Sandfraktion an der Oberfläche sichtbar. Das Grobkorn bleibt verborgen. Ergebnis: eine homogene, matte bis seidenmatte Fläche mit feiner Körnung. Das ist, was in der Fachsprache „Salz & Pfeffer“ heißt.

Das ist die Optik, die in Produktionshallen, Logistikflächen und Werkstätten dominiert. Wenn der Boden vor allem tragen soll und die Ästhetik zurückhaltend bleiben darf.

Froschperspektive eines lichtdurchfluteten Foyers mit geschliffenem Sichtestrich in Terrazzo-Optik und freigelegtem Grobkorn - Visualisierung der exklusiven Anmutung für Museen und Showrooms.

Die Terrazzo-Optik (Kornfreilegung)

Bei einem Schliff von etwa 2 bis 5 mm wird die Verschleißschicht vollständig entfernt. Das Grobkorn tritt sichtbar in die Oberfläche: natürliche Farbnuancen, klar konturierte Steine, ein Bild das Ihnen kein einziges Fabrikat auf einer Rolle liefert.

Diese Optik erinnert an einen klassischen Ortsterrazzo. Sie ist technisch aber etwas anderes. Ein echter Ortsterrazzo, wie ihn italienische Handwerkerfamilien in den 1950er Jahren nach Deutschland brachten, wird als eigenständiger Nutzbelag hergestellt. Heute gibt es bundesweit noch etwa fünf bis sechs aktive Terrazzieri, was den Ortsterrazzo zum teuersten Bodenbelag der Welt gemacht hat. Sichtestrich in Terrazzo-Optik nutzt hingegen das Korngefüge des vorhandenen Estrichs. Das Verfahren ist deutlich günstiger. Und es liefert eine sichtbare Zeitgeschichte des Bodens gleich mit.

Froschperspektive eines modernen Foyers mit hochglanzpoliertem Grindingfloor Sichtestrich - starke Lichtreflexionen auf der Oberfläche und sichtbare Gesteinskörnung verdeutlichen das hochwertige Finish und Design.

Glanzgrad & Lichtreflexion

Der Glanz eines Sichtestrichs entsteht nicht durch Wachs, Lack oder eine Politur-Emulsion. Er entsteht durch einen extrem feinen Endschliff des Betongefüges. Die mikroskopische Rauigkeit wird so klein, dass Licht wieder gerichtet reflektiert. Von seidenmatt über halbglänzend bis hochglänzend: der Grad wird über die Feinheit der letzten Schleifstufe bestimmt.

Für Räume mit hohem Lichtanspruch, also Museen, Galerien, Foyers, Retail, ist das mehr als Kosmetik. Ein hochglanzpolierter Sichtestrich erhöht den Lichtreflexionswert (LRV) messbar. In Vergleichsmessungen bescheinigen Fachbetriebe polierten Böden bis zu zehnfach höhere Lichtreflexion gegenüber unbehandelten Estrichflächen. Für die Beleuchtungsplanung heißt das: weniger installierte Lichtleistung bei gleicher Helligkeit. Ein Punkt, den DGNB und LEED im Kriterium Energieeffizienz Innenausbau anerkennen.

Technische Veredelung & Schutz

Chemische Vergütung statt bloßer Versiegelung

Wer einen Boden versiegelt, legt einen Film auf ihn. Der Film schützt, bis er nicht mehr schützt. Er löst sich, er verschleißt, er wird nachgezogen. Zwei bis fünf Jahre, dann von vorn.

Wer einen Boden vergütet, geht anders vor. Er verändert die Substanz des Bodens selbst. Was das im Estrich chemisch heißt, ist genau der Punkt, der Vergütung von Versiegelung unterscheidet.

Estrich vergüten statt versiegeln

Bei einem Zementestrich sind nach der Hydratation freie Kalzium­hydroxid-Reserven (Ca(OH)₂) im Gefüge vorhanden. Diese Reserven sind chemisch reaktionsfreudig. Wenn Sie reaktives Silikat in die geöffnete Estrichoberfläche einbringen, reagiert es mit dem freien Kalk zu Kalziumsilikathydrat (CSH). Das ist die gleiche amorphe Bindephase, die den Estrich grundsätzlich zusammenhält. Nur eben zusätzlich.

Das neue CSH-Gel bildet sich in den Kapillaren und Mikrorissen und füllt Hohlräume von innen. Die Oberfläche wird dichter, härter, staubfrei. Nichts liegt oben auf. Der Estrich ist nach der Reaktion messbar anders. Und diese Veränderung ist dauerhaft. Sie kann durch spätere Nassreinigung sogar erneut angeregt werden.

Der wichtige Nebensatz: Diese Chemie funktioniert nur bei Zementestrich (CT nach DIN EN 13813). Bei Calciumsulfatestrich (CA / Anhydritestrich) fehlt das freie Ca(OH)₂ als Reaktionspartner. Die Silikat-Applikation läuft dort chemisch ins Leere. Für Calciumsulfat gibt es eigene Imprägniersysteme. Was Ihr Estrich ist, klären wir vor der Aufnahme.

Der Prozess der Vergütung

Nach dem Öffnen der Oberfläche durch mehrstufigen Diamantschliff wird das flüssige Silikat aufgetragen und in die Kapillaren eingebürstet. Die Reaktion beginnt in Sekunden. Das Wasser verdunstet, das CSH-Gel bildet sich in den Poren, die Oberfläche wird spannungsfrei nachgezogen. Nach 24 Stunden ist der Boden begehbar, nach 48 Stunden voll belastbar.

Für den Standard-Innenbereich verwenden wir Natriumsilikat (CSH PRO). Für Außenflächen, Parkdecks, Rampen und Bereiche mit Chlorid- oder Frostbelastung Nano-Lithiumsilikat (Pentra-Sil). Es dringt tiefer ein und wirkt zusätzlich präventiv gegen die Alkali-Silika-Reaktion. Beide Systeme sind lösemittelfrei, VOC 0 g/l, wasserbasiert.

Einsatzgebiete

Repräsentative Flächen mit hoher Belastbarkeit

Sichtestriche von Grindingfloor kommen dort zum Einsatz, wo architektonischer Anspruch auf hohe Nutzungsfrequenz trifft. Böden, die nicht nur Untergrund sind, sondern Teil des Raumkonzepts.

Weitwinkelaufnahme eines luxuriösen Showrooms für Kosmetik mit geschliffenem Grindingfloor Sichtestrich - der als edle Bühne für die Produkte auf Holzsockeln dient und hohe Nutzungsfrequenz aushält.

Gewerbe & Retail

Autohäuser, Showrooms, Flagship-Stores, Möbelfachhandel: Wo Kunden über den Boden gehen sollen, ohne ihn zu bemerken, und wo der Boden gleichzeitig Kundenfrequenz, Warenverkehr, Reinigungsmaschinen aushalten muss. Der monolithische Sichtestrich verzichtet auf sichtbare Fugen und Übergänge und wirkt ruhig. Er zeigt Ihr Sortiment, nicht sich selbst.

Weitwinkelansicht einer modernen Kunstgalerie mit Skulpturen - der hochglanzpolierte Grindingfloor Sichtestrich reflektiert das Tageslicht und die Deckenbeleuchtung für eine optimale Raumausleuchtung in Kultur- und Bildungsbauten.

Kultur & Bildung

Museen, Galerien, Bibliotheken, Ausstellungsräume: Der Lichtreflexionsvorteil eines hochglanzpolierten Sichtestrichs macht die Beleuchtungsplanung effizienter. Die harte, staubfreie Oberfläche schützt Exponate. Und die zurückhaltende, mineralische Optik konkurriert nicht mit dem, was gezeigt wird. Ein Boden, der sich an seinen Ort erinnert, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Froschperspektive eines modernen Foyers in einem Bürogebäude mit bodentiefen Fenstern und Empfangstresen - der fugenlose Grindingfloor Sichtestrich unterstreicht die repräsentative Architektur für Office und Verwaltung.

Office & Verwaltung

Foyers, Firmenzentralen, repräsentative Empfangsbereiche, Konferenzräume: Der veredelte Estrich verbindet Belastbarkeit mit einem Materialauftritt, der auf Investoren, Bewerber und Besucher wirkt. Bei bis zu 1.000 m²/Tag Flächenleistung sind auch große Empfangsflächen in einem Zug herstellbar. Ausfallzeiten im laufenden Betrieb bleiben klein.

Froschperspektive eines minimalistischen Wohnzimmers mit grauem Sichtestrich Boden - im Hintergrund Sofa und Holztisch - Visualisierung von Energieeffizienz und Design für private Bauherren.

Loft-Konversion & Architektenprojekt

Loft-Konversionen in ehemaligen Fabrik- oder Werkstattflächen, Architektenprojekte mit hohem Materialanspruch, hochwertige Neubauten in Werkstatthallen-Optik. Ab etwa 200 m² wird ein veredelter Sichtestrich in Terrazzo-Optik wirtschaftlich sinnvoll. Für Projekte darunter kommen andere Bodenbeläge in Betracht. Fußbodenheizung ist in dieser Kategorie Standard: der Estrich wirkt als thermische Speichermasse und liefert die Wärme direkt in den Raum (Details siehe FAQ).

Wirtschaftlichkeit & Nachhaltigkeit

Die wirtschaftliche Alternative zu Bodenbelägen

Niedrige Lebenszykluskosten

Ein Zementestrich hält bei fachgerechter Vergütung so lange wie das Gebäude. In unabhängigen Vergleichsstudien liegen die Lebenszykluskosten eines silikatvergüteten Bodens in täglich gereinigten Flächen bis zu 65 Prozent, in Lagerhallen bis zu 80 Prozent unter den Kosten eines Kunstharzbodens. Der Grund ist einfach: eine Vergütung kann nicht abplatzen. Ein Kunstharz-Film irgendwann schon.

Für die Kostenbetrachtung heißt das: Sie zahlen einmal für die Vergütung und dann für Reinigung. Sie zahlen nicht alle sechs Jahre für eine Neubeschichtung. Über 20 Jahre gerechnet ist die Rechnung eindeutig.

Effiziente Instandhaltung

Die tägliche Pflege reduziert sich auf Nassreinigung mit Neutralreiniger, also die gleiche Reinigung, die Sie ohnehin durchführen. Es gibt keinen Wachsauftrag, keinen Nachversiegelungszyklus, kein Nachpolieren als eigenständigen Prozess. In Bereichen mit Handelsverkehr oder Publikumsverkehr wird die Politur im Rahmen der normalen Reinigung mit einem TASKI Twister™-Diamantpad-System weiter erhalten. Chemikalienfrei, mechanisch, mit dem gleichen Reinigungsvorgang.

Praktisch heißt das: der Boden wird durch Nutzung nicht schlechter, sondern hält den Glanz, den er hat.

Ökologische Bilanz

Das Vergütungssystem ist wasserbasiert, lösemittelfrei (VOC 0 g/l laut CSH-PRO-Datenblatt) und emissionsarm. Es unterstützt Nachhaltigkeitszertifizierungen nach DGNBLEED, BREEAM, QNG und den Anforderungen der EU-Taxonomie.

Der entscheidende Unterschied zu beschichteten Alternativen zeigt sich beim Rückbau: der veredelte Zementestrich ist beim späteren Abbruch normaler Bauschutt (organische Bestandteile unter 5 Prozent nach AVV), kein Sondermüll. Bei Kunstharzbeschichtungen ist die Entsorgung deutlich teurer, weil der Beschichtungsanteil separat als gefährlicher Abfall behandelt werden muss.

Schnelle Verfügbarkeit

Bis zu 1.000 m² pro Tag Flächenleistung. Damit wird auch die Sanierung im laufenden Betrieb realistisch: eine Retail-Fläche mit 800 m² lässt sich in einer Nacht plus einem Tag umsetzen. Ein Foyer mit 300 m² an einem Wochenende. Die Grenzkosten je Quadratmeter sinken bei zusammenhängenden Flächen ab etwa 500 m² deutlich. Der Skaleneffekt spielt für uns.

Präzision in vier Stufen: Vom Rohboden zum Designobjekt

Der Weg zum Unikat:
unser Prozess in vier Phasen

Der Weg zum veredelten Sichtestrich hat vier klar getrennte Phasen. Jede Phase hat ihr eigenes Werkzeug, ihre eigene Diamantkörnung, ihren eigenen Prüfschritt. Nichts wird ausgelassen. Nichts wird nachgeholt.

1.

Substanzfreilegung (Grobschliff)

Altbeschichtungen (Kleberreste, Spachtelmassen, Epoxidharzfilme, farbige Anstriche) werden im ersten Schritt millimetergenau durch Planfräsen entfernt. Auflast bis 750 kg auf der Maschine, Diamantsegmente in grober Körnung (30 bis 60). Das Ergebnis nach dieser Phase ist ein sauberer, offenporiger Estrich, aus dem später die gewünschte Optik entsteht.

Vor dem Grobschliff wird die Festigkeit des Bestandsestrichs geprüft. Für gewerbliche Sichtestrichflächen ist mindestens die Festigkeitsklasse CT-C25 (Druckfestigkeit 25 N/mm²) nach DIN EN 13813 sinnvoll, für Industrieflächen CT-C35 nach DIN 18560-7. Was Ihr Estrich hat, sagt die Eignungsprüfung.

2.

Porenverschluss & Feinschliff

Nach dem Grobschliff werden Risse, Ausbrüche und Lunker mit kraftschlüssigen Reparaturmörteln verschlossen. Danach der Feinschliff mit mittleren Diamantkörnungen (100 bis 200). Die Oberfläche wird eben, dicht und aufnahmebereit für die chemische Vergütung.

3.

Chemische Vergütung (Zementestrich)

Das reaktive Silikat wird auf die gereinigte Oberfläche aufgebracht und in die Kapillaren eingebürstet. Die CSH-Reaktion beginnt in Sekunden. Für Standard-Innenbereiche kommt Natriumsilikat (CSH PRO) zum Einsatz, für Bereiche mit Chlorid- oder Frostbelastung Nano-Lithium (Pentra-Sil). Nach 24 Stunden ist der Boden begehbar, nach 48 Stunden voll belastbar.

4.

Politur & Finish

Der abschließende Feinstschliff mit Diamantkörnungen bis 3.000 baut den gewünschten Glanzgrad auf, von seidenmatt bis hochglänzend. Optional wird eine Fleckschutz-Behandlung aufgetragen, falls hohe Chemikalien- oder Fleckbelastung erwartet wird (z. B. Weinausschank in Retail, Öl in Werkstattbereichen). Standardmäßig ist die vergütete Oberfläche bereits stark flüssigkeitsabweisend.

Häufige Fragen zur Estrichveredelung

FAQ: Sichtestrich & Estrichveredelung

Technisches Verständnis schafft Planungssicherheit. Deshalb beantworten wir die wichtigsten Fragen zu Machbarkeit, Kostenstruktur und Langzeitverhalten von Sichtestrich und Estrichveredelung.

Grundsätzlich Zementestrich (CT nach DIN EN 13813) und Calciumsulfatestrich (CA). Für gewerbliche Sichtflächen empfehlen wir mindestens CT-C25 (Druckfestigkeit 25 N/mm²), für hochbeanspruchte Industrieflächen CT-C35 nach DIN 18560-7. Was die Substanz Ihres Estrichs zulässt, klärt eine Eignungsprüfung vor Ort. Wichtig für die chemische Vergütung: die CSH-Reaktion mit Silikat funktioniert nur bei Zementestrich. Bei Calciumsulfat wird stattdessen ein Imprägniersystem eingesetzt.

Über den Lebenszyklus in der Regel ja. Die Anschaffungskosten liegen je nach Verfahren zwischen 15 und 25 EUR/m² für Industrieschliff, 30 bis 70 EUR/m² für Sichtestrich mit Kornfreilegung im Bestand und ab 120 EUR/m² für den vollständigen Neubau inklusive Material, Einbau und Vergütung. Fliesen kosten in vergleichbarer Qualität ähnlich, Parkett meist deutlich mehr. Der Vorteil zeigt sich in der Standzeit: ein veredelter Sichtestrich muss über Jahrzehnte nicht ausgetauscht werden.

In vielen Fällen ja. Kleberreste, Spachtelmassen und Altbeschichtungen werden durch Planfräsen millimetergenau abgetragen. Voraussetzung ist eine ausreichende Restsubstanz. Die Eignungsprüfung vor Ort klärt, welche Aufbereitung wirtschaftlich sinnvoll ist. Bei stark geschädigten Estrichen kann eine partielle Aufdopplung erforderlich sein, in seltenen Fällen ein Neuaufbau.

Tägliche Nassreinigung mit Neutralreiniger reicht. Wachs oder Nachversiegelung werden nicht gebraucht. In Bereichen mit Handelsverkehr oder Publikumsverkehr wird die Politur durch das mechanische TASKI Twister™-Diamantpad-System im Rahmen der normalen Reinigung erhalten. Chemikalienfrei, ohne separate Politurgänge. Der Boden wird nicht schlechter, er hält den Glanz.

Nein. Der Glanz eines polierten Sichtestrichs entsteht durch feinen Diamantschliff, nicht durch eine Wachsschicht. Das Mikrorauigkeitsprofil, das den Gleitreibungskoeffizienten bestimmt, ist vom optischen Glanzgrad unabhängig. Rutschhemmungsklasse R9 für trockene Arbeitsbereiche wird auch bei Hochglanz zuverlässig erreicht. Maßgebliche Prüfnorm ist DIN EN 16165:2021-12 (Berichtigung 2023-02; Anhang B/NB.2 für R-Klassen, Anhang D für die mobile Vor-Ort-Messung). Die früher übliche DIN 51130 ist zurückgezogen.

Streichen legt einen Film auf den Estrich. Der Film schützt, bis er verschleißt oder abplatzt. Vergütung verändert die Substanz des Estrichs selbst: das reaktive Silikat wandert in die Kapillaren und reagiert mit dem freien Kalk zu einem neuen amorphen Kalziumsilikathydrat-Gel. Es gibt keine Trennfläche zwischen Estrich und Beschichtung, weil es keine Beschichtung gibt. Der Effekt: nichts kann sich lösen.

Ja, sehr gut. Zementestrich hat eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 1,4 W/(m·K) nach DIN 4108-4, mit FBH-optimierten Zusatzmitteln bis 1,6 W/(m·K). Weil kein isolierender Belag den Wärmedurchgang bremst, gelangt die Heizenergie direkt in den Raum. Voraussetzung für den Schliff ist das Funktionsheizen nach DIN EN 1264-4 und eine Restfeuchte von ≤ 1,8 CM-% (beheizt) nach DIN 18560-1. Ein Heizestrich reagiert außerdem deutlich schneller als eine 200 mm dicke Betonplatte. Die Regelung wird effizienter.

Bis zu 1.000 m² pro Tag Flächenleistung. Ein Retail-Fläche mit 800 m² lässt sich in einer Nacht plus einem Tag umsetzen, ein Foyer mit 300 m² an einem Wochenende. Nach 24 Stunden ist die Fläche begehbar, nach 48 Stunden voll belastbar. Für Sanierungen im laufenden Betrieb wird die Planung projektspezifisch nach Schichten oder Wochenenden abgestimmt.

Das hängt von der Schleiftiefe ab. Bei minimalem Abtrag (0,5 bis 1 mm) entsteht die homogene „Salz & Pfeffer“-Optik mit feinen sichtbaren Sandkörnern. Bei einem Schliff von 2 bis 5 mm wird das Grobkorn freigelegt und es entsteht eine Terrazzo-ähnliche Optik mit natürlichen Farbnuancen und deutlichem Steinbild. Der Glanzgrad wird über die Feinheit der letzten Schleifstufe eingestellt, von seidenmatt bis hochglänzend. Die Entscheidung ist vor dem ersten Schleifgang zu treffen und nicht reversibel.

Ja, sehr gut. Die chemische Vergütung reduziert die Saugfähigkeit auf Werte unter 5 Prozent gegenüber dem unbehandelten Zementestrich. Für hohe Chemikalien- oder Fleckbelastung (Weinausschank, Öl, Farbstoffe) empfehlen wir zusätzlich einen optionalen Fleckschutz. Ohne diese Zusatzbehandlung ist der Boden bereits stark flüssigkeitsabweisend. Verschüttete Getränke oder Öl trocknen ab, ohne einzuziehen, und können mit normalem Reiniger entfernt werden.

Nein. Wir arbeiten mit Hochleistungsabsaugung direkt am Schleifkopf. Das quarzhaltige Feinstaubmaterial wird nach den Anforderungen der TRGS 559 „Quarzhaltiger Staub“ (Fassung April 2020) an der Entstehungsstelle abgesaugt und gefiltert. Für den Kunden heißt das: die Arbeit in benachbarten Nutzflächen ist möglich, ohne dass Nachbarbereiche verschmutzt werden. Sanierung im laufenden Betrieb wird dadurch praktikabel.

Die Vergütung ist eine chemische Reaktion, keine mechanische Auftragung. Reaktives Silikat dringt in die geöffneten Kapillaren des Zementestrichs ein und reagiert mit dem freien Kalziumhydroxid aus der Zementhydratation zu unlöslichem Kalziumsilikathydrat (CSH). Dieses neue, amorphe CSH-Gel füllt Poren und Mikrorisse und verdichtet den Estrich von innen. Es gibt keine sichtbare Schicht auf der Oberfläche. Der Estrich ist nach der Reaktion messbar dichter und härter. Dauerhaft.

Nach DIN EN 16165:2021-12 (Berichtigung 2023-02). Diese europäische Norm ersetzt seit Dezember 2021 die früher üblichen DIN 51130 (beschuhte Arbeitsbereiche, R-Klassen) und DIN 51131 (mobile Vor-Ort-Messung mit Gleitreibungsmessgerät). Die R-Klassen R9 bis R13 bleiben inhaltlich unverändert. Sie sind nun in Anhang NB.2 der DIN EN 16165 verankert. Die mobile Messung nach der früheren DIN 51131 ist in Anhang D geregelt. Ausschreibungen, die noch die alten Nummern zitieren, beziehen sich auf zurückgezogene Normen.

Ja. Das eingesetzte Silikatvergütungssystem ist wasserbasiert, lösemittelfrei (VOC 0 g/l) und emissionsarm. Es unterstützt Zertifizierungen nach DGNBLEED, BREEAM und QNG. Beim Rückbau ist der veredelte Zementestrich normaler Bauschutt nach AVV (organische Bestandteile unter 5 Prozent) und nicht Sondermüll. Das ist ein deutlicher Unterschied zu Kunstharz-Beschichtungen.

Ja. Für Neubauprojekte begleiten wir vom Betonestrich-Einbau bis zum finalen Schliff. Die Preisstufe für einen kompletten Sichtestrich-Neubau (Material, Einbau, Diamantschliff, Vergütung) beginnt bei etwa 120 EUR/m². Für architektonische Objekte mit spezifischer Optik-Anforderung (Weißzement, farbige Gesteinskörnung, präzise abgestimmte Farbnuancen) sind wir zertifizierter Verarbeiter für das Dyckerhoff TERRAPLAN-Bodensystem. Das ist ein Transportbeton-Bodensystem, das werksseitig auf die Optik-Vorgabe abgestimmt wird.

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