Böhmer Maschinenbau: 2 bis 3 cm Lack und Farbe runter, dann erst der Boden
Ausgangslage und Aufgabe
Der Betonboden in der Halle der Böhmer Maschinenbau GmbH in Steinebach an der Sieg war über 50 Jahre alt, schadhaft und trug eine 2 bis 3 cm dicke Farb- und Lackschicht. Die Halle hatte als Lackiererei gedient, und was dort jahrelang verarbeitet wurde, lag am Ende auch auf dem Boden.
Böhmer baut Sondermaschinen und ist weltmarktführend in der Herstellung von Stahl-KEG-Fertigungsanlagen für die Getränkeindustrie. Die Eigenproduktion wuchs, und die alte Lackiererei sollte künftig feinmechanische Teile fertigen. Eine Feinmechanik-Fertigung stellt andere Ansprüche an die Bodenfläche als eine Lackiererei. Sie braucht eine Oberfläche, die sich sauber halten lässt, die nicht staubt und die unter Maschinen und Transportgerät stabil bleibt.
Die Aufgabe war damit nicht, einen vorhandenen Boden zu veredeln. Sie war, überhaupt erst an ihn heranzukommen.
Warum erst die Beschichtung weg musste und dann erst der Boden kam
Am Anfang eines Bodenprojekts steht üblicherweise die Frage, ob Industrieboden sanieren oder beschichten die richtige Richtung ist. In Steinebach stand eine andere Frage davor: was liegt unter 2 bis 3 cm Farbe und Lack überhaupt noch.
Solange die Schicht liegt, lässt sich das nicht beantworten. Keine Aussage zur Tragfähigkeit, keine zur Ebenheit, keine zu Rissen. Der Abtrag war hier deshalb kein Vorbereitungsschritt vor der eigentlichen Arbeit, sondern die Diagnose selbst.
Erst als die Fläche offenlag, war zu sehen, wie viel Spachtelarbeit dazwischenliegt und ob eine Politur am Ende überhaupt in Betracht kommt. Wer bei einem über 50 Jahre alten Boden die Reihenfolge umdreht und den Aufbau festlegt, bevor er den Untergrund kennt, plant auf Verdacht.
Wie ausgeführt wurde
Die Farb- und Lackschicht kam mit leistungsstarken Planfräsmaschinen herunter. Planfräsen und Entschichten für Betonboden arbeitet rein mechanisch, die Altschicht wird abgetragen und nicht angelöst.
Was darunter zum Vorschein kam, war ein eigener Arbeitsgang. Risse, Lunker und Löcher wurden mit 2-Komponenten-Spachtelmasse oberflächenbündig geschlossen. Diese Spachtelung braucht Zeit zum Aushärten, und diese Zeit sitzt zwischen Abtrag und Veredelung. Sie lässt sich weder verkürzen noch überspringen, und sie ist der Schritt, den ein Terminplan am ehesten vergisst, weil vor dem Entschichten niemand weiß, wie viel davon anfällt.
Nach dem Aushärten folgte der Feinschliff, darauf die chemische Betonvergütung mit Natriumsilikat, in diesem Fall mit CSH PRO. Den Abschluss bildete die Politur auf Seidenglanz, derselbe Schritt wie beim Betonboden schleifen und polieren im Neubau. Der Unterschied lag nicht im Verfahren, sondern in der Vorlage: hier gab ein über 50 Jahre alter Untergrund vor, was möglich war.
Ergebnis, und was danach kam
Die Fläche wurde termingerecht übergeben, der Kunde ist sehr zufrieden. Das sagen Kunden häufig, und als Beleg trägt es wenig.
Der belastbare Teil steht dahinter: Böhmer Maschinenbau hat einen Folgeauftrag für weitere Produktionsflächen erteilt. Wer dieselbe Leistung ein zweites Mal beauftragt, hat das erste Ergebnis im laufenden Betrieb gesehen und nicht nur bei der Abnahme.
Am Korngefüge ist zu sehen, was das heißt. Was jahrzehntelang unter Lack lag, ist heute die Nutzoberfläche: gewachsener Beton, freigelegt, verdichtet und poliert. Darauf liegt nichts, was sich später wieder ablösen könnte.
Objektdaten
| Feld | Angabe |
|---|---|
| Kunde | Böhmer Maschinenbau GmbH |
| Ort | Steinebach an der Sieg |
| Branche | Sondermaschinenbau |
| Objekt | Umbau einer ehemaligen Lackiererei-Halle zur Fertigung feinmechanischer Teile |
| Ausgangslage | Betonboden über 50 Jahre alt, schadhaft, mit 2 bis 3 cm dicker Farb- und Lackschicht |
| Anlass | Umbaumaßnahme für die wachsende Eigenproduktion |
| Verfahren | Planfräsen der Farb- und Lackschicht, Spachtelung von Rissen, Lunkern und Löchern mit 2-Komponenten-Spachtelmasse, Feinschliff nach dem Aushärten, Vergütung mit Natrium-Silikat CSH PRO, seidenglänzend aufpoliert |
| Ergebnis | termingerecht ausgeführt, Kunde sehr zufrieden |
| Folgeauftrag | für weitere Produktionsflächen erteilt |
Drei Fragen zu diesem Projekt
Lässt sich eine 2 bis 3 cm dicke Farb- und Lackschicht vom Betonboden entfernen?
Ja, mechanisch durch Planfräsen. In Steinebach an der Sieg kam eine 2 bis 3 cm starke Farb- und Lackschicht von einem über 50 Jahre alten Betonboden herunter, ohne dass der Untergrund darunter ersetzt werden musste. Die Halle war zuvor eine Lackiererei.
Was passiert mit Rissen und Löchern, die erst nach dem Entschichten sichtbar werden?
Sie werden mit 2-Komponenten-Spachtelmasse oberflächenbündig geschlossen, bevor geschliffen wird. Bei Böhmer waren Risse, Lunker und Löcher zu schließen. Diese Spachtelung braucht Aushärtezeit, und die steht zwischen Abtrag und Veredelung. Wer sie im Terminplan nicht vorsieht, verschiebt den Endtermin.
Lohnt sich das bei einem über 50 Jahre alten Boden überhaupt noch?
Bei Böhmer Maschinenbau hat es sich gelohnt, und der Beleg ist keine Meinung: Der Kunde hat einen Folgeauftrag für weitere Produktionsflächen erteilt. Ob ein Altboden trägt, entscheidet allerdings nicht das Baujahr, sondern der Zustand unter der Beschichtung.
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