Das Fundament für dauerhafte Haftung
Untergrundvorbereitung (Kugelstrahlen)
Jede Beschichtung ist nur so gut wie der Untergrund, auf dem sie haftet. Durch Kugelstrahlen entfernen wir Zementschlämme und Verunreinigungen porentief, in einem Arbeitsgang. Es entsteht das definierte Oberflächenprofil, in das sich Reaktionsharze und Verbundestriche mechanisch verkrallen. Trocken, ohne Chemie, staubfrei abgesaugt und sofort überarbeitbar.
Was ist Kugelstrahlen?
Kugelstrahlen ist ein rein mechanisches Untergrundvorbereitungsverfahren: Ein Schleuderrad wirft High-Carbon-Stahlkugeln auf die Betonoberfläche, entfernt Zementschlämme und dünne Altbeläge, öffnet die Poren und erzeugt eine definierte Rauheit im Bereich CSP 3 bis 7. Nach der Behandlung ist die Fläche trocken, staubfrei abgesaugt und sofort belegreif für Reaktionsharz-Beschichtungen, Verbundestriche oder Oberflächenschutzsysteme.
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Hohe Haftungssicherheit
CSP 3-7 nach ICRI 310.2R. Haftzug-Mittelwerte ≥ 1,5 N/mm² gemäß DAfStb-Rili-SIB, geprüft nach DIN EN 1542.
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Staubfreie Bearbeitung
Geschlossener Kreislauf mit direkter Absaugung. Einsatz im laufenden Betrieb möglich.
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Sofort belegreif
Trocken, kein Feuchteeintrag. Keine 24-72h-Wartezeit wie beim Hochdruckwasserstrahlen.
Warum der Untergrund entscheidet
Beschichtungen scheitern selten am Material, fast immer am Untergrund
Eine neue Bodenbeschichtung auf einem schlecht vorbereiteten Untergrund ist kein Schutz. Sie ist ein Countdown.
Beschichtungen scheitern selten am Material, fast immer am Untergrund. Zementschlämme trennen die Verbindung zwischen Beton und Beschichtung schon beim Aufbringen. Kapillarer Feuchtedruck und die Scherkräfte von Gabelstaplern tun den Rest. Die Folge: Blasenbildung, großflächige Ablösungen, Delamination.
Haben Sie schon einmal beobachtet, wie eine neue Beschichtung nach wenigen Monaten großflächig abblättert? Fast immer war das kein Produktfehler. Es war ein Untergrundproblem.
Wird die kugelgestrahlte Vorbereitung ausgelassen oder unterqualifiziert ausgeführt, bilden sich unter der Beschichtung durch kapillaren Feuchtedruck (Osmose) oder mechanische Lasten aus Staplerverkehr Blasen und großflächige Ablösungen. Delamination am neuen Belag ist der häufigste und teuerste Beschichtungsschaden. Häufig kostet die Sanierung ein Vielfaches des ursprünglichen Kugelstrahl-Anteils an der Ausschreibungssumme.
Der Untergrund entscheidet über die Lebensdauer der Beschichtung. Nicht das Beschichtungsmaterial.
Unser Ansatz
Die Grindingfloor-Lösung
Wir bereiten Industriebetonböden für alle gängigen Beschichtungs- und Verbundsysteme vor: Epoxidharze, Polyurethane, Oberflächenschutzsysteme nach DIN EN 1504-2, WHG-Beschichtungen nach § 62 WHG und Verbundestriche.
Das Werkzeug ist immer dasselbe. Die Kalibrierung ist immer verschieden.
Warum Kugelstrahlen die Standard-Wahl ist
Kugelstrahlen ist nach dem SOPREMA Merkblatt 101 „Untergründe vorbereiten“ die ideale Vorbereitungsmethode für Abdichtungen und Beschichtungen auf mineralischen Untergründen: Strahlbild und Abtragsstärke sind sehr gleichmäßig. Bei weicheren Untergründen wie Gussasphalt ist das Verfahren nicht einzusetzen, weil den Kugeln dort der Rückprall fehlt.
Was wir mit jedem Strahldurchgang erreichen
- Instabile Zementschlämme und Verschmutzungen vollständig abgetragen
- Haftzugwerte auf dem Niveau, das OS-Systeme und WHG-Beschichtungen fordern
- Poren gleichmäßig geöffnet, Mikrorauhigkeit definiert reproduzierbar eingestellt
Das Regelwerk schreibt es vor
Die DIN 18349 (VOB/C, Fassung 2023-09) „Betonerhaltungsarbeiten“ schreibt in Abschnitt 3.2.1 ausdrücklich vor: Bei horizontalen oder bis zu 15 Prozent geneigten Flächen sind trennend wirkende Substanzen und nicht tragfähige Schichten durch Kugelstrahlen zu entfernen. Damit ist das Verfahren vertraglich der Standard für die Untergrundvorbereitung im Bodenbau. Nicht eine unter mehreren Optionen, sondern die vom Regelwerk vorgesehene.
Trockenes Verfahren, sofortiger Anschluss
Im Gegensatz zum Hochdruckwasserstrahlen trägt Kugelstrahlen keine Feuchtigkeit in den Beton ein. Der Untergrund ist für die feuchtigkeitsempfindlichen Reaktionsharze sofort belegreif. Das Ausbleiben der 24 bis 72 Stunden dauernden bauphysikalischen Wartezeit ist einer der stärksten Zeit- und Kostenvorteile gegenüber allen Nassverfahren.
Für Sanierungen im laufenden Betrieb, bei denen jede Stunde Stillstand zählt, ist das kein Detail. Es ist der Unterschied zwischen einem und zwei Arbeitstagen.
Wir decken alle Flächengrößen ab, von Produktionsbereichen mit wenigen hundert Quadratmetern bis zur Logistikanlage mit tens von Tausend. Kein Minimum, kein Auftrag zu klein für sorgfältige Vorbereitung. Als Teil von Grindingfloors Industriebodensanierung ist Kugelstrahlen immer die erste Stufe im Sanierungs-Ablauf.
Der Prozess
Physik statt Chemie: trockenes Kugelstrahlen mit kontrolliertem Abtrag
Kugelstrahlen kommt ohne Chemie aus: Stahlkugeln treffen mit hoher Geschwindigkeit auf den Beton, zertrümmern die instabile Randzone und legen ein definiertes Rauheitsprofil frei. Vier Schritte führen dorthin, von der Bestandsaufnahme über den kinetischen Abtrag und die Separation bis zur Freigabe der Fläche.
Analyse und Kalibrierung
Vor dem ersten Maschinendurchgang steht die Bestandsaufnahme. Wir prüfen Betonhärte, Verschmutzungsgrad und Beschaffenheit der Altbeläge. Davon hängt ab, welche Strahlmittelkörnung die richtige Rauheit erzeugt.
Wir arbeiten mit High-Carbon-Stahlkugeln nach DIN EN ISO 11124-3, in Größenklassen S330 bis S460 nach SAE J444 (Durchmesser etwa 0,9 bis 1,7 mm), abgestimmt auf Betonhärte und Zielrauheit. Kleinere Körnungen erzeugen ein feineres CSP-Profil bei geringerem Abtrag, größere Körnungen tragen tiefer ab und öffnen die Poren stärker für dicke Beschichtungssysteme.
Die Fahrgeschwindigkeit und die Turbinen-Abwurfgeschwindigkeit werden angepasst, bis das gewünschte CSP-Profil reproduzierbar erreicht ist. Diese Einstellarbeit klingt kleinteilig. Sie ist der Kern handwerklicher Qualität.
Kinetischer Abtrag
Das Schleuderrad beschleunigt die Stahlkugeln auf etwa 60 bis 80 Meter pro Sekunde, was rund 250 Kilometer pro Stunde entspricht. Die Kugeln treffen kinetisch auf die Betonoberfläche, zertrümmern die instabile Randzone und werden im selben Arbeitsgang aus der Filterkammer wieder aufgenommen.
Kein Lösungsmittel. Kein Wasserstrahl. Nur Masse und Geschwindigkeit.
Sandstrahlen ist in Deutschland nicht erlaubt:
Trockenes Sandstrahlen mit Quarzsand ist nach TRGS 559 „Quarzhaltiger Staub“ (Fassung April 2020) unzulässig: Strahlmittel dürfen höchstens 2 Gewichts-Prozent an kristallinem Siliciumdioxid enthalten. Quarzfeinstaub ist nach TRGS 906 als krebserzeugend Kategorie 1A eingestuft, mit einem DGUV-Beurteilungsmaßstab von 0,05 mg/m³ am Arbeitsplatz. Unsere High-Carbon-Stahlkugeln im geschlossenen Kreislauf liegen physikalisch und rechtlich vollständig außerhalb dieser Gefährdung.
Mehr zu Staubschutz und Arbeitsschutz bei Strahlarbeiten: DGUV Information 213-032 „Strahlarbeiten“ der BG BAU.
Closed-Circuit-Separation
Ein Luftstrom- und Magnetseparator trennt das Strahlmittel vom Abtrag. Gereinigte Stahlkugeln laufen in den Prozess zurück. Der Betonstaub wird in einem Filter der Staubklasse M oder H aufgefangen und ist als Abfall in Big-Bags fachgerecht zu entsorgen.
Das System arbeitet staubfrei. Die Halle bleibt während der Bearbeitung nutzbar. Für Betriebe, die nicht auf Produktionsstillstand setzen können, ist genau das entscheidend.
Kontrolle und Freigabe
Nach dem Strahlen prüfen wir die Oberfläche visuell und, wenn vertraglich vereinbart, durch einen Haftzugversuch nach DIN EN 1542. Erst wenn das CSP-Profil und die Haftzugwerte den Anforderungen des geplanten Beschichtungssystems entsprechen, wird die Fläche freigegeben.
Kein Beschichter kommt auf eine ungeprüfte Fläche. Das ist unser Standard, auch wenn es keiner im Vertrag schreibt.
Das richtige Verfahren für Ihr Anforderungsprofil
Verfahrensvergleich: Kugelstrahlen, Planfräsen, Schleifen
Welches Verfahren ist das richtige? Die Antwort hängt nicht vom Werkzeug ab, sondern vom Zustand des Untergrundes.
Kugelstrahlen bereitet den Betonuntergrund für die Beschichtung vor: 0,5 bis 2 mm Abtrag, definierte Rauheit von CSP 3 bis 7 nach ICRI-Guideline 310.2R, keine Nivellierung. Planfräsen greift tiefer (2 bis 20 mm pro Übergang) und korrigiert Geometrie. Schleifen bleibt im Zehntelmillimeter-Bereich und dient dem Glätten oder der Vorbereitung dünner Systeme.
CSP-Rauheitsklassen nach ICRI 310.2R
Die ICRI-Guideline 310.2R (International Concrete Repair Institute) definiert das Concrete Surface Profile von CSP 1 (sehr glatt, erreichbar durch Schleifen) bis CSP 10 (Stemmen, Hochdruck-Wasserstrahlen). Kugelstrahlen erzeugt reproduzierbar CSP 3 bis 7. Die geforderte Klasse richtet sich nach der Beschichtung:
| Beschichtungstyp | Schichtdicke | CSP-Anforderung |
|---|---|---|
| Versiegelungen, Imprägnierungen | unter 75 µm (< 3 mils) | CSP 3 |
| Rollbeschichtungen, dünne Decklagen | 100-250 µm (4-10 mils) | CSP 3-4 |
| Dickschicht-Systeme (High-Build) | 250-1000 µm (10-40 mils) | CSP 3-4 |
| Selbstverlaufende Epoxid-/PU-Systeme | 1,2-3 mm (50 mils bis 1/8 inch) | CSP 4-5 |
| Broadcast-Systeme, Beschichtungsestrich | über 3 mm | CSP 5-7 |
Wenn zuerst Planfräsen, dann Kugelstrahlen
Bei zentimeterdicken Altbelägen wie Gussasphalt, dicken Epoxidharz-Beschichtungen oder Nivellierungsaufgaben ist Planfräsen die wirtschaftlichere erste Stufe. Das SOPREMA Merkblatt 101 hält dazu fest: „Nach dem Fräsen ist in den meisten Fällen noch eine Nachbearbeitung mittels Kugelstrahlen nötig.“ Wir planen die Sequenz Fräsen und Kugelstrahlen als kombinierten Ablauf, damit der Untergrund nach dem Grobabtrag direkt in die geforderte CSP-Klasse überführt wird.
Die chemische Betonvergütung ist eine dritte Alternative für Flächen, die keine mechanische Aufrauung benötigen: Sie verdichtet den Beton mineralisch von innen, ohne Schichtaufbau und ohne Abtrag.
Normen
Haftzug und OS-Klassen
Warum der Zielwert 1,5 N/mm² gilt, was er bedeutet, und wie er gemessen wird.
Die Prüfung der Oberflächenzugfestigkeit erfolgt nach DIN EN 1542 im Abreißversuch: Eine Ringnut wird mit 50 mm Innendurchmesser in eine Tiefe von 5 bis 10 mm gebohrt, ein Prüfstempel aufgeklebt und mit einer Zugvorrichtung senkrecht abgerissen. Die geforderten Mindestwerte kommen aus der DAfStb-Rili-SIB bzw. der DIBt-TR Instandhaltung: Für OS 11 und OS 13 (rissüberbrückend) muss der Mittelwert mindestens 1,5 N/mm² erreichen, kein Einzelwert darf unter 1,0 N/mm² liegen. Für OS 8 (starre Reaktionsharz-Beschichtungen im hochbelasteten Industrieboden) liegt die Anforderung bei 2,0 N/mm² Mittelwert und 1,5 N/mm² Einzelwert.
Norm-Systematik Haftzug und Oberflächenschutz
DIN EN 1542 regelt das Prüfverfahren, nicht die Grenzwerte. Die Anforderungen kommen aus:
- DAfStb-Richtlinie „Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen" (Rili-SIB, Oktober 2001)
- DIBt-TR Instandhaltung (Mai 2020), hat Teile der Rili-SIB ersetzt, gilt für Hochbau
- ZTV-ING Teil 3 Abschnitt 4 (BASt), gilt für Ingenieurbauwerke, Brücken, Tunnel
| Oberflächenschutz-System | Mittelwert Haftzug | Kleinster Einzelwert |
|---|---|---|
| OS 11/OS 13 (rissüberbrückend, elastisch) | ≥ 1,5 N/mm² | ≥ 1,0 N/mm² |
| OS 8 (starre Reaktionsharze, hochbelastet) | ≥ 2,0 N/mm² | ≥ 1,5 N/mm² |
| Betonersatzsysteme, Reparaturmörtel | ≥ 1,5 N/mm² | ≥ 1,0 N/mm² |
Altbetonklassen nach DIBt-TR Instandhaltung: A4 ist der Standard für Industrieböden (Mittelwert ≥ 1,5 N/mm², Einzelwert ≥ 1,0 N/mm²). A5 ist die höchste Klasse für Sonderkonstruktionen.
Wichtig für die Planung: Die natürliche Prüfstreuung beim Haftzug beträgt 20 bis 25 Prozent, selbst bei ordnungsgemäßer Prüfung. Einzelwerte werden auf 0,1 N/mm² gerundet. Ein Mittelwert knapp über 1,5 N/mm² kann Einzelwerte unter 1,0 N/mm² haben. Die Prüfintervalle und die Stichprobenmenge müssen statistisch ausreichend sein, damit ein Abnahmeprotokoll belastbar ist.
Mehr zur Systemwahl nach DIN EN 1504-2: DIN EN 1504-2 „Oberflächenschutzsysteme für Beton“ auf Baunormenlexikon.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Kugelstrahlen Preise
Der marktübliche Preisrahmen für professionelles Kugelstrahlen von Industriebetonböden bewegt sich zwischen 8 und 18 EUR pro Quadratmeter für Standardflächen zwischen 100 und 500 Quadratmetern. Ab 500 Quadratmetern greifen Skaleneffekte mit Rabatten von 15 bis 25 Prozent, sehr große Flächen werden mit 6 bis 10 EUR pro Quadratmeter kalkuliert. Kleine Flächen unter 100 Quadratmetern liegen wegen der Rüstkosten bei 15 bis 30 EUR pro Quadratmeter.
Kostentreiber im Detail
Die Basisleistung (Strahlen auf offener Fläche) ist ein Teil des Gesamtpreises. Aufschläge fallen an für:
- Hoher Randanteil bei stark verwinkelten Flächen, Stützen und Einbauten: rund 20 Prozent Aufschlag auf den Basispreis
- Dicke Altbeschichtungen (Epoxidharz über 2 mm, Lackbeläge): 2 bis 5 EUR pro Quadratmeter zusätzlich für Mehrfachdurchgänge
- Baustelleneinrichtung (Maschinenanlieferung, Absperr-Setup, Strom-Anschluss): 300 bis 500 EUR pauschal, unabhängig von der Fläche
- Sondermüll-Entsorgung bei schadstoffhaltigen Altbelägen (PAK, PCB, Blei, Asbest): separate Position, preisabhängig von der Schadstoffklasse und der regionalen Entsorgungs-Infrastruktur
Aktuelle Marktpreise finden Sie als Referenz beim Baupreislexikon für Oberflächenbearbeitungen.
Wirtschaftlichkeit im Verhältnis zur Beschichtung
Eine unterdimensionierte Untergrundvorbereitung spart zunächst Kosten. Die Rechnung geht selten auf. Delamination einer EP-Beschichtung auf einer 1.000-Quadratmeter-Halle bedeutet: Komplettabriss der Beschichtung, erneutes Strahlen, neuer Beschichtungsaufbau. Dreifacher Aufwand, dreifache Kosten, dazu Produktionsausfall.
Das Kugelstrahlen ist typisch 5 bis 15 Prozent des Gesamtbudgets einer Bodenbeschichtungs-Maßnahme. Der Anteil steuert überproportional zur Lebensdauer des Ergebnisses bei.
Einsatzgebiete
Präzision auf jedem Quadratmeter
Kugelstrahlen ist die Standardvorbereitung für fast jeden Betonboden, der beschichtet oder vergütet werden soll. Vier Bereiche, in denen wir täglich arbeiten.
Vorbereitung für Beschichtungs- und Oberflächenschutzsysteme
Epoxidharze, Polyurethane und Methacrylate brauchen eine bestimmte Rauheit und Haftzugfestigkeit, um dauerhaft zu binden. Auf einer ungefrästen, geschliffenen oder nur gereingten Oberfläche erreichen sie diese Werte nicht zuverlässig.
Für WHG-Beschichtungen nach § 62 WHG und AwSV ist Kugelstrahlen zwingend: Die Beschichtung muss kraftschlüssig mit dem Beton verbunden sein, damit sie als flüssigkeitsdichte Schutzschicht anerkannt wird. Die AwSV-Sachverständigenprüfung nimmt im Rahmen der Abnahme auch die Untergrundqualität ab.
Für OS-Systeme im Parkbau und Tiefgaragensanierung gilt dasselbe: Die Systemhersteller-Zulassungen (abZ nach DIBt) setzen einen definierten Haftzugwert voraus.
Entfernung von Dünnschicht-Altlasten
Fahrbahnmarkierungen, Gummiabriebrückstände von Gabelstaplern, aufgebrochene Epoxid-Reste aus früheren Beschichtungen: All das entfernt Kugelstrahlen in einem Durchgang, wenn die Schichtdicke unter 2 mm liegt. Bei dickeren Lagen empfehlen wir zuerst Planfräsen, dann Kugelstrahlen als Nachbearbeitung.
Wiederherstellung der Griffigkeit
Betonböden verlieren durch Feuchtigkeit, Öl und Schmutz ihre ursprüngliche Griffigkeit. Kugelstrahlen erneuert das Rauheitsprofil, ohne die Geometrie zu verändern. Rampen, Zufahrten und gekennzeichnete Gefahrenbereiche werden auf einen definierten R-Wert gebracht.
Bearbeitung von Stahlflächen
Auf Stahlflächen (Schiffsdecks, Brücken, Stahlbodenplatten) erreichen wir den Reinheitsgrad Sa 2½ nach DIN EN ISO 8501-1 und legen den Rauheitsgrad nach DIN EN ISO 8503-2 fest. Das ist die Norm-Kombination, die schwerer Korrosionsschutz nach DIN EN ISO 12944-4 fordert. Damit stellen wir sicher, dass das Verbund-Beschichtungssystem prüffähig abgenommen werden kann.
Systematisch zur Haftbrücke
So läuft ein Kugelstrahl-Einsatz ab
Wir überlassen das Ergebnis nicht dem Zufall. Unser Kugelstrahlprozess folgt einem klaren Protokoll, das Reproduzierbarkeit und Sauberkeit auf jedem Meter sichert.
Analyse und Kalibrierung
Wir besichtigen die Fläche, erheben Betonhärte, Verschmutzungsgrad und den Zustand eventueller Altbeläge. Die Strahlmittelkörnung wird entsprechend gewählt. Wenn nötig, wird vorab eine Probefläche gestrahlt und das CSP-Ergebnis überprüft.
Kinetischer Abtrag
Die Strahlmaschine fährt die Fläche ab. Das Schleuderrad beschleunigt High-Carbon-Stahlkugeln nach DIN EN ISO 11124-3 auf 60 bis 80 m/s. Die Kugeln treffen die Betonoberfläche, zertrümmern die Zementschlämme und erzeugen das definierte Kraterprofil. Im selben Durchgang werden Kugeln und Abtrag aufgenommen.
Closed-Circuit-Separation
Luftstrom- und Magnetseparator trennen das Strahlmittel vom Betonstaub. Die Kugeln kehren in den Kreislauf zurück. Der Betonstaub geht in Filterboxen. Stahlkugeln, die durch den Aufprall deformiert wurden, werden ausgesiebt und separat entsorgt. So bleibt das Strahlmittelbett konstant und die Rauheitsqualität über die gesamte Fläche gleichmäßig.
Kontrolle und Freigabe
Sichtprüfung und, wenn vertraglich vorgesehen, Haftzugversuch nach DIN EN 1542 mit dem Abreißgerät. Freigabe-Protokoll an den Auftraggeber oder den anschließenden Beschichter. Erst danach beginnt der Folge-Gewerk.
Häufige Fragen zur Untergrundvorbereitung (Kugelstrahlen)
FAQ: Untergrundvorbereitung (Kugelstrahlen)
Eine Beschichtung ist nur so belastbar wie der vorbereitete Untergrund darunter. Hier klären wir, welche Rolle Kugelstrahlen für Haftverbund, Oberflächenprofil und Wirtschaftlichkeit spielt.
Kann man einen Betonboden nur reinigen und direkt beschichten?
Nein. Reinigung entfernt lose Verschmutzungen, aber nicht die Zementschlämme, die sich beim Betonieren auf der Oberfläche absetzen. Diese Schicht ist schwach und hat keinen Verbund zur darunter liegenden Betonmatrix. Eine darauf aufgebrachte Beschichtung haftet an der Schlämme, nicht am Beton, und löst sich früher oder später, unabhängig vom Produkt.
Was ist der Unterschied zwischen Kugelstrahlen und Schleifen?
Kugelstrahlen ist ein Aufrauhungsverfahren für Beschichtungshaftung: Es erzeugt ein Kraterprofil im Bereich CSP 3-7 und arbeitet mit Abtragstiefen von 0,5 bis 2 mm. Schleifen ist ein Glättungsverfahren: Es arbeitet im Zehntel-Millimeter-Bereich und erzeugt eine optisch gleichmäßige Oberfläche (CSP 1-2). Kugelstrahlen schafft Rauheit, Schleifen beseitigt sie.
Ist die Bearbeitung bei laufendem Betrieb möglich?
Ja, in den meisten Fällen. Das Closed-Circuit-System arbeitet staubfrei: Strahlmittel und Betonstaub werden in der Maschine gehalten, nicht in die Hallenatmosphäre abgegeben. Wir können in Abschnitten arbeiten, Fahrwege freihalten und Sicherheitsabstände zu laufenden Anlagen einhalten. Die genaue Machbarkeit hängt von der Grundrisssituation ab.
Wie lange muss der Boden nach dem Strahlen trocknen?
Das ist ein zentraler Vorteil des Verfahrens: Kugelstrahlen ist ein rein trockenes Verfahren. Es wird keine Feuchtigkeit in den Beton eingebracht. Der Untergrund ist für feuchtigkeitsempfindliche Reaktionsharze sofort nach der Bearbeitung belegreif. Beim Hochdruckwasserstrahlen sind 24 bis 72 Stunden Wartezeit üblich.
Entfernt Kugelstrahlen auch alte Bodenbeschichtungen?
Dünnschichtige Altbeläge bis etwa 2 mm Dicke (Epoxid-Anstriche, Versiegelungen, Fahrbahnmarkierungen) ja, in einem oder mehreren Durchgängen. Dickere Beschichtungen über 2 mm, Gussasphalt oder massive Epoxydbeschichtungen werden wirtschaftlicher durch Planfräsen in der ersten Stufe entfernt. Danach folgt Kugelstrahlen als Nachbearbeitung für die CSP-Feinpräparation.
Eignet sich das Verfahren auch für Stahlflächen?
Ja. Auf Stahlflächen (Schiffsdecks, Brücken, Stahlbodenplatten) erreichen wir Reinheitsgrad Sa 2½ nach DIN EN ISO 8501-1. Das ist die Norm-Anforderung für schweren Korrosionsschutz nach DIN EN ISO 12944-4. Rauheitsgrade werden nach DIN EN ISO 8503-2 bestimmt.
Können verölte Industrieböden kugelgestrahlt werden?
Starke Ölverunreinigungen sollten vor dem Strahlen durch Vorbehandlung (Entfettung, gegebenenfalls Hochdruckreinigung) reduziert werden. Leichte bis mittlere Ölverschmutzungen verträgt das Verfahren. Wichtig: Das abgetragene Material (öl- und schadstoffbelasteter Betonstaub) gilt als Sonderabfall und muss entsprechend entsorgt werden.
Wie wirtschaftlich ist Kugelstrahlen als Vorbereitung?
Der Anteil der Untergrundvorbereitung am Gesamtbudget einer Bodenbeschichtung liegt typisch bei 5 bis 15 Prozent. Die Alternative, eine mangelhafte Vorbereitung und eine Delamination nach Monaten, kostet das Dreifache: Abriss, erneute Vorbereitung, neue Beschichtung, plus Betriebsunterbrechung. Richtig kalkuliert ist Kugelstrahlen die günstigste Position im Ablaufplan.
Kann man auch Asphaltflächen bearbeiten?
Kugelstrahlen auf Asphalt ist technisch möglich, aber praktisch limitiert: Bei weichem oder durch Hitze erweichtem Asphalt fehlt den Kugeln der Rückprall, das Strahlbild wird unregelmäßig. Das SOPREMA Merkblatt 101 empfiehlt Kugelstrahlen ausdrücklich nur für mineralische Untergründe (Beton, Mauerwerk). Für Asphalt prüfen wir im Einzelfall.
Wird Chemie für den Prozess benötigt?
Nein. Kugelstrahlen ist ein rein mechanisches, chemiefreies Verfahren. Keine Lösungsmittel, keine Säuren, keine Reinigungschemie. Das macht die Entsorgung des anfallenden Staubes einfacher (solange keine schadstoffhaltigen Altbeläge vorliegen) und ist für viele Branchen (Lebensmittel, Pharma, Chemie) ein wichtiges Sicherheitsargument.
Wie tief ist der Abtrag beim Kugelstrahlen?
Der typische Abtrag liegt zwischen 0,5 und 2 mm, in Abhängigkeit von Strahlmittelkorngröße, Fahrgeschwindigkeit und Betonhärte. Bei weichem Beton oder sehr großer Körnung können bis zu 3 mm erreicht werden. Das Verfahren ist kein Nivellierverfahren: Geometriefehler und Bodenwellen bleiben erhalten. Für Höhenkorrektur ist Planfräsen das richtige Werkzeug.
Was passiert mit den Strahlrückständen?
Die Strahlmaschine arbeitet im Closed-Circuit-Prinzip: Stahlkugeln und Betonstaub werden unmittelbar aufgenommen und im Separator getrennt. Gereinigte Kugeln gehen zurück in den Prozess. Der Betonstaub landet in Big-Bags und wird fachgerecht als Bauschutt oder, bei Schadstoffbelastung, als Sonderabfall entsorgt.
Was kostet Kugelstrahlen von Beton pro Quadratmeter?
Der marktübliche Preisrahmen für Industriebetonböden liegt bei:
- Standardfläche 100-500 m²: 8 bis 18 EUR/m²
- Großfläche über 500 m²: 6 bis 10 EUR/m² (15-25% Skalenrabatt)
- Kleinfläche unter 100 m²: 15 bis 30 EUR/m² (Rüstkostenanteil hoch)
Aufschläge für hohen Randanteil (ca. +20%), dicke Altbeschichtungen (+2-5 EUR/m²), Baustelleneinrichtung (300-500 EUR pauschal) und Sondermüll-Entsorgung kommen separat. Individuelle Kalkulation auf Basis Ihrer Fläche auf Anfrage.
Ist Kugelstrahlen die Standard-Vorbereitung für WHG-Beschichtungen?
Beschichtungen nach dem Wasserhaushaltsgesetz (§ 62 WHG in Verbindung mit der AwSV) und Oberflächenschutzsysteme im Parkbau sind zwingend auf einen kraftschlüssigen Verbund zum Beton angewiesen. Kugelstrahlen ist hier der Standard: Es entfernt die instabile Zementschlämme und schafft das mikroskopische Kraterprofil, in das sich die Reaktionsharze mechanisch einhaken. Die AwSV-Sachverständigenprüfung nach § 47 AwSV nimmt auch die Untergrundqualität ab. Ohne kugelgestrahlte Fläche keine Abnahme.
Welche Rauheitsklasse (CSP) erzeugt Kugelstrahlen?
Kugelstrahlen erzeugt reproduzierbar CSP 3 bis 7 nach ICRI-Guideline 310.2R (International Concrete Repair Institute). Versiegelungen und Rollbeschichtungen brauchen CSP 3 bis 4, verlaufende Epoxid- und PU-Systeme CSP 4 bis 5, dicke Mörtel- und Broadcast-Systeme CSP 5 bis 7. Die genaue CSP-Klasse wird durch Körnung, Fahrgeschwindigkeit und Anzahl der Durchgänge gesteuert.
Nach dem Planfräsen: Brauche ich noch Kugelstrahlen?
In den meisten Fällen: Ja. Das SOPREMA Merkblatt 101 hält ausdrücklich fest, dass nach dem Fräsen in den meisten Fällen noch eine Nachbearbeitung mittels Kugelstrahlen nötig ist. Planfräsen entfernt dicke Altbeläge und korrigiert Geometrie, hinterlässt aber Fräsrillen und eine Oberfläche mit ungleichmäßigem CSP-Profil. Kugelstrahlen danach schließt diese Rillen auftragslos und bringt die Oberfläche in die für die Beschichtung geforderte CSP-Klasse.
Was passiert, wenn der Boden vor der Beschichtung nicht kugelgestrahlt wird?
Wird die kugelgestrahlte Vorbereitung ausgelassen oder unterqualifiziert ausgeführt, bilden sich unter der Beschichtung durch kapillaren Feuchtedruck (Osmose) oder mechanische Lasten aus Staplerverkehr Blasen und großflächige Ablösungen. Delamination am neuen Belag ist der häufigste und teuerste Beschichtungsschaden. Häufig kostet die Sanierung ein Vielfaches des ursprünglichen Kugelstrahl-Anteils an der Ausschreibungssumme. Die Frage ist nicht, ob Kugelstrahlen wirtschaftlich ist. Die Frage ist, ob Sie sich die Alternative leisten können.
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