PharmaFloor: fugenlose Reinraumböden nach EU-GMP Annex 1 und ISO 14644

Pharma- & Reinraumboden

Die Fuge ist das größte Hygienerisiko in GMP-regulierten Bereichen. Unser PharmaFloor-System nimmt diese Schwachstelle konstruktiv heraus: Hochverdichtete Sechseckkeramik Hexacer® wird mit Reaktionsharz verfugt und anschließend vollflächig diamantplangeschliffen. Das Ergebnis ist eine monolithische, ableitfähige Oberfläche nach DIN EN 61340-5-1, die die Anforderungen des EU-GMP-Leitfadens Annex 1 (Revision 2022) für Reinräume der Klassen A bis D erfüllt.

Herkömmliche Bodenbeläge scheitern an den mikrobiologischen Grenzwerten der GMP-Richtlinien

Die Fuge als Hygienerisiko

Das Problem

In hochregulierten Bereichen der Pharma- und Chemieproduktion ist die Fuge der kritische Punkt. Konventionell verlegte Fliesenböden haben technisch bedingte Vertiefungen am Fugenübergang: ideale Nester für Keime und Rückstände, die eine Wischdesinfektion übersteht.

Das gilt erst recht für PVC-Bahnenware. Bei Wandanschlüssen entstehen durch vorgefertigte Hohlkehlenprofile und verschweißte Nähte schwer zu reinigende Fugen und unterwanderungsfähige Hohlräume. Solche Details werden in GMP-Inspektionen regelmäßig bemängelt. Weichmacher wandern unter dynamischer Last, PVC versprödet und erzeugt beim Rückbau Sondermüll.

Beschichtungen aus Epoxidharz oder Polyurethan bieten Glätte, kapitulieren aber oft vor aggressiven Medien oder dauerhafter Staplerlast. Mikrorisse entstehen, Feuchtigkeit unterwandert den Film, Flächen delaminieren. Teure Produktionsstopps und Nachbeschichtungen sind die Folge.

In kritischen GMP-Zonen der Klassen A und B ist PVC-Bahnenware problematisch, da verschweißte Nähte und vorgefertigte Hohlkehlenprofile schwer zu reinigende Fugen und unterwanderungsfähige Hohlräume bilden können. Der EU-GMP-Leitfaden Annex 1 (Revision 2022) fordert hier absolut glatte Oberflächen ohne Vertiefungen. Zudem bergen PVC-Beläge das Risiko von Weichmacherwanderungen und Versprödung unter dynamischer Belastung.

Unsere Lösung

Wir nehmen die Schwachstelle konstruktiv heraus. Das PharmaFloor-System verbindet die Härte der Hexacer®-Sechseckfliese mit unserer Kernkompetenz: dem Diamantschliff. Die Fliesen werden hohlraumfrei im Rüttelverfahren nach AGI-Arbeitsblatt S40 verlegt und mit einem zweikomponentigen Reaktionsharz verfugt. Der entscheidende Schritt folgt danach: Wir schleifen die gesamte Fläche plan. Das Diamantwerkzeug bringt Keramik und Fugenharz auf exakt eine Ebene.

Die Wabenform der Sechseckkeramik minimiert die Kantenpressung unter dynamischen Lasten. Maschinell im Rüttelverfahren nach AGI-Arbeitsblatt S40 hohlraumfrei verlegt und fugenlos plangeschliffen, entsteht eine monolithische, extrem druckfeste Oberfläche. Diese Konstruktion schließt mikrobiologische Schmutznester konsequent aus, was sie einzigartig für hochregulierte GMP- und ISO-14644-Reinräume macht.

Das Ergebnis ist eine Oberfläche ohne Vertiefungen, ohne Spalten, ohne Topografie. Schmutz findet keinen Halt, Keime keinen Nährboden. Ihre Produktion läuft auf einem Boden, der mechanisch extrem belastbar und chemisch maximal resistent ist. Und das dauerhaft, ohne Opferschicht, die irgendwann erneuert werden muss.

Technische Spezifikationen & Normen

Normkonformität durch technische Präzision

Jede der folgenden Eigenschaften ist belegbar und projektspezifisch dokumentierbar: mit Messprotokoll, Prüfbericht und normativer Referenz.

Froschperspektive eines sterilen Pharma-Produktionsraums mit geschliffenen Sechseckfliesen und Edelstahlsockeln - Visualisierung von Reinraum-Konformität nach GMP und HACCP Standards.

Reinraum-Konformität (EU-GMP Grade A bis D und ISO 14644-1)

Auslegbar nach den Vorgaben des EU-GMP-Leitfadens Annex 1 (Revision 2022, in Kraft seit 25. August 2023) für sterile Herstellungsbereiche und nach ISO 14644-1 für Reinräume und zugehörige Reinbereiche. Die Revision 2022 des Annex 1 fordert explizit: alle exponierten Oberflächen müssen glatt, undurchlässig und ungebrochen sein, damit Partikel oder Mikroorganismen weder freigesetzt noch angesammelt werden. Der monolithische Planschliff unseres Systems erfüllt diese Anforderung konstruktiv, nicht durch Beschichtung.

Unterstützt HACCP-Konzepte in hygienisch sensiblen Bereichen nach EU-Verordnung 852/2004 (Lebensmittelhygiene).

Messgerät zur Prüfung der elektrischen Ableitfähigkeit auf einem geschliffenen Sechseckfliesenboden in einem Reinraum - Visualisierung der ESD-Konformität des PharmaFloor-Systems.

Elektrische Ableitfähigkeit (ESD) nach DIN EN 61340-5-1

Definierte Ableitfähigkeit des Gesamtsystems aus leitfähiger Sechseckkeramik, ableitfähigem Fugenharz, Kupferbandnetz und Erdung am Potenzialausgleich. Ausgelegt nach DIN EN 61340-5-1 (ergänzend AGI-Arbeitsblatt S30, Ausgabe Mai 2005).

Konkrete Grenzwerte nach DIN EN 61340-5-1:

Der Zielwiderstand wird projektbezogen festgelegt. Die Leitfähigkeit beruht auf Volumensleitfähigkeit des Materialsystems, nicht auf einer Opferschicht. Das ist der wesentliche Unterschied zu ESD-Epoxidharz-Beschichtungen: die Ableitung sinkt nicht mit der Abnutzung der Oberfläche.

Für Liegenschaften mit erhöhtem Explosionsschutz-Erfordernis gilt ergänzend TRGS 727 / IEC TS 60079-32-1, der einen Erdungswiderstand unter 10⁶ Ω vorschreibt.

Ausführliche Informationen zum Thema ableitfähige Industrieböden finden Sie auf unserer Seite ESD- und Antistatik-Böden nach DIN EN 61340-5-1.

Ausgelaufene chemische Flüssigkeit mit Pipette auf Hexacer-Boden - Visualisierung von Gewässerschutz nach WHG und flüssigkeitsdichter Oberfläche in der Pharmaindustrie.

Gewässerschutz nach WHG § 62 und AwSV

Anlagen zum Lagern, Abfüllen, Herstellen und Behandeln wassergefährdender Stoffe (LAU- und HBV-Anlagen) unterliegen nach § 62 des Wasserhaushaltsgesetzes und der Anlagenverordnung wassergefährdender Stoffe (AwSV, in Kraft seit 1. August 2017) strengen Anforderungen an Flüssigkeitsdichtheit.

WHG § 62 und AwSV konkretisieren: Die Konformität muss über bundesweit einheitliche technische Anforderungen nachgewiesen werden. Das PharmaFloor-System liefert dazu eine dokumentierte flüssigkeitsdichte Oberfläche aus Feinsteinzeug und chemisch inerten Reaktionsharzfugen.

Ausführliche Informationen zu gewässerschutzkonformen Bodensystemen finden Sie auf unserer Seite WHG-Gewässerschutzboden.

Labortest auf Hexacer-Sechseckfliesen mit drei verschiedenen Chemikalientropfen und Pipetten - Visualisierung der chemischen Resistenz gegen Säuren und Laugen im PharmaFloor-System.

Chemische Resistenz (DIN EN ISO 10545-13)

Hohe Beständigkeit gegen aggressive Medien. Das hochverdichtete Feinsteinzeug nach DIN EN 14411 (Gruppe BIa) erreicht eine Wasseraufnahme von unter 0,5 Prozent im Mittel, hochdichtes Sechseck-Feinsteinzeug kommt auf unter 0,1 Massen-%.

Zweikomponentige Epoxidharz-Fugenmörtel für keramische Reinraum-Böden erreichen nach der Prüfnorm DIN EN ISO 10545-13 die Bewertung A (Sehr gut) für Schwefelsäure 50 Prozent und Natronlauge 50 Prozent, Bewertung B (Gut) für Salpetersäure 25 Prozent und Kalilauge 50 Prozent. Diese Prüfwerte sichern die chemische Konformität für pharmazeutische Produktionsbereiche und Säurelager.

Vollvitrifiziertes Feinsteinzeug nach DIN EN 14411 (Gruppe BIa) erreicht eine Wasseraufnahme von unter 0,5 Prozent im Mittel. Chemische Beständigkeit wird nach DIN EN ISO 10545-13 geprüft. Sechseck-Feinsteinzeug hoher Dichte kommt oft auf Wasseraufnahmen unter 0,1 Massen-%, was für Reinraum- und Säurelager-Böden entscheidend ist.

Nahaufnahme eines Gabelstaplerreifens auf einem Boden aus hexagonalen Fliesen mit einer Palette im Hintergrund - Visualisierung der mechanischen Belastbarkeit und Resistenz gegen dynamische Lasten im PharmaFloor-System.

Mechanische Belastbarkeit (Rüttelverfahren und Hexagonalgeometrie)

Hohe Druck- und Abriebfestigkeit durch den Vibrationseinbau und die hexagonale Geometrie. Die Wabenform minimiert die Kantenpressung unter dynamischen Lasten: Rollbelastungen treffen Fliesenkanten in stumpfen Winkeln, Vibrationen und Rattergeräusche werden minimiert. Rüttelverlegung nach AGI-Arbeitsblatt S40 erzeugt einen hohlraumfreien, kraftschlüssigen Verbund, der konventionell geklebten Verlegungen bei Staplerlast dauerhaft überlegen ist.

Wasserwaage auf geschliffenen Hexacer-Fliesen zur Prüfung der Ebenheit - Querschnitt zeigt den Aufbau nach AGI-Arbeitsblatt S40 - Visualisierung konstruktiver Normen.

Konstruktive Normen (AGI Arbeitsblatt S40)

Das Verlegesystem entspricht den Anforderungen des AGI-Arbeitsblatts S40 (Ausgabe 2005) für keramische Bodenbeläge im Rüttelverfahren. Minimale Fugenbreiten durch patentierte Abstandhalter, Verfugung mit 2-Komponenten-Reaktionsharz, abgestimmt auf die konkrete chemische Belastung der Anlage.

Edelstahldüse sprüht Heißdampf auf einen Boden aus Sechseckfliesen in einer sterilen Umgebung - Visualisierung der Temperaturschock-Resistenz und thermischen Belastbarkeit.

Temperaturschock-Resistenz

Anders als filmbildende Beläge ist das keramische System thermisch hoch belastbar und übersteht Temperaturwechsel, etwa bei Heißdampfreinigung, ohne Delamination. Vollvitrifiziertes Feinsteinzeug hat einen sehr niedrigen Wärmeausdehnungskoeffizienten; das Rüttelverfahren baut zudem Eigenspannungen im Mörtelbett ab.

Heller Reinraum der Pharmaindustrie mit geschliffenem Reinraumboden, schmalen Fugen, Edelstahlanlagen und verglasten Produktionsbereichen

Kontaminationskontrollstrategie (CCS) nach Annex 1 Revision 2022

Die Revision 2022 des EU-GMP Annex 1 fordert die Implementierung einer ganzheitlichen, risikobasierten Kontaminationskontrollstrategie (CCS). Sie verlangt, dass Hersteller alle kritischen Kontrollpunkte von Anlagendesign über Personal bis zur Reinigung systematisch verknüpfen. Ziel ist die proaktive Steuerung und Wirksamkeitsprüfung aller Maßnahmen gegen Partikel-, Pyrogen- und mikrobiologische Kontaminationen.

Das PharmaFloor-Bodensystem ist als CCS-Element dokumentierbar: Premises-and-Equipment-Anforderungen (glatte, undurchlässige, ungebrochene Oberflächen nach Annex 1 Abschnitt 4.5), Reinigungsintegration (kompatibel mit sporicidalen Mitteln) und technisches Design (keine Vertiefungen, keine Abläufe in Grade A/B) greifen ineinander.

Heller Reinraumboden mit hexagonalen Platten, schmalen Fugen und dicht ausgeführten Edelstahl-Wandanschlüssen in einem pharmazeutischen Produktionsbereich

Qualifizierbar nach IQ / OQ / PQ

In der Installation Qualification (IQ) wird die fugenlose Verlegung und die dichte Integration von Abläufen, Wandanschlüssen und Bodenwaagen dokumentiert. Die Operational Qualification (OQ) prüft im Ruhezustand die ESD-Widerstände nach DIN EN 61340-5-1 sowie die Partikelemission. Die IQ/OQ/PQ-Performance Qualification (PQ) belegt über Abklatschproben, dass in Grade A kein Keimwachstum auftritt.

Grindingfloor liefert ESD-Messprotokoll (Rp-p und Rg), Partikelprüfung at rest und in operation sowie alle relevanten Einbaudokumente für das Lastenheft und die DQ (Design Qualification). So ist der Boden von der ersten Qualifizierungsrunde an dokumentationsfähig.

Systemaufbau in 4 Phasen

Konstruktive Präzision in vier Phasen

So wird aus Einzelteilen eine monolithische Einheit: Wir verbinden die Stabilität des Rüttelbodens mit der Glätte der Diamantpolitur. Das Ergebnis hat keine Topografie, an der sich Kontaminationen festhalten könnten.

1.

Hohlraumfreie Einbettung (Rüttelverfahren)

Sechseck-Feinsteinzeug Hexacer® wird nicht im Dünnbett verklebt, sondern maschinell in ein frisches Mörtelbett eingerüttelt. Die Vibration verdichtet das Bett zu einem hohlraumfreien, kraftschlüssigen Verbund. Das verhindert Platzkacheln unter Staplerlast von innen heraus. AGI-Arbeitsblatt S40 regelt dieses Verfahren normativ.

2.

Chemisch inerter Fugenverschluss

Patentierte Abstandhalter definieren eine minimale Fugenbreite. Verfugung mit zweikomponentigem Reaktionsharz, ausgewählt nach dem chemischen Lastprofil der Anlage und geprüft nach DIN EN ISO 10545-13. Das Harz wird bis zur Oberkante der Keramik eingebracht, sodass nach dem Aushärten kein Höhenversatz entstehen kann.

3.

Monolithischer Planschliff

Planetenschleifmaschinen schleifen Keramik und Fugenharz auf exakt eine Ebene. Der sogenannte Schüssel-Effekt konventionell verlegter Fliesen, bei dem die Fliesenmitte tiefer liegt als die Kante, entfällt vollständig. Das Ergebnis ist eine geometrisch ebene Fläche ohne jede Topografie: keine Vertiefungen, keine Erhöhungen, keine Übergänge, die Wischkontakt verhindern könnten.

4.

Finish & ESD-Prüfung

Um den Ableitwiderstand gemäß DIN EN 61340-5-1 von unter einem Gigaohm dauerhaft sicherzustellen, darf die Leitfähigkeit nicht in empfindlichen Opferschichten liegen. Stattdessen werden volumensleitfähige Materialien eingesetzt: leitfähige Sechseckkeramik mit ableitfähigem Fugenharz, verbunden über Kupferbandnetze, kraftschlüssig am Potenzialausgleich des Gebäudes angeschlossen.

Die Ableitung liegt im Material, nicht an der Oberfläche. Sie sinkt nicht, wenn der Boden beansprucht wird.

Preise

Was kostet der Reinraumboden?

Pharma-Reinraumböden liegen in Deutschland je nach Ausführung zwischen ca. 80 EUR/m² für GMP-Basis-Ausführungen und über 200 EUR/m² für Premium-Systeme mit ESD-Ausführung, Hohlkehlen und ausgewiesener Chemikalienresistenz (Netto-Preise, ohne Untergrundvorbereitung).

Die wichtigsten Kostentreiber:

Kunstharz-basierte Pharma-Terrazzos erreichen 20 bis 25 Jahre Lebensdauer, klassische Epoxid- und PU-Beschichtungen 15 bis 25 Jahre. Ableitfähige EP-Beschichtungen benötigen jedoch alle 3 bis 5 Jahre eine Nachbeschichtung unter Betriebsunterbrechung. PVC-Bahnenware liegt bei 8 bis 12 Jahren. Sechseck-Feinsteinzeug im Rüttelverfahren gilt als dauerhaft im Sinne der Total Cost of Ownership.

Der Vergleich lohnt sich über den Investitionshorizont, nicht nur über den Quadratmeterpreis heute. Fordern Sie eine konkrete Kalkulation für Ihre Fläche an: die Gegenüberstellung von Erst-Investition und Betriebskosten über 20 Jahre liefern wir auf Anfrage mit.

Pharmazeutischer Produktionsbereich mit sechseckigem Reinraumboden, Edelstahlanlage und hygienisch ausgeführten Wandanschlüssen

Hygiene & Reinigung (OPEX)

Maximale Reinheit bei minimierten Prozesskosten

Wer die Fugenvertiefung konstruktiv beseitigt, senkt Reinigungszyklen und Chemikalieneinsatz messbar. Ein direkter Hebel für die Betriebskosten.

Physikalische Optimierung statt mehr Reinigungschemie

Die Physik der Effizienz

Konventionelle Fugen erzwingen Handarbeit. Jede Vertiefung, jeder Übertritt zwischen Fliese und Fuge ist eine Zone, in die ein Wischmopp nicht vollständig eindringt und in der Reinigungsmittel verbleiben. Das kostet Zeit, Chemie und Personalstunden.

Der Planschliff schafft eine Ebene ohne Topografie. Reinigungsautomaten arbeiten mit voller Kontaktfläche, weil der Boden keine Rillen kennt. Wasser- und Zeitbedarf sinken. Das ist keine Marketing-Behauptung, das ist Geometrie.

Mechanische Pflege statt chemischer Belastung

Chemiearme Erhaltungspflege mit dem Twister-System

Die diamantbesetzte Twister-Erhaltungspflege ersetzt filmbildende Reinigungschemie durch mikromechanisches Nachpolieren.

Die diamantbesetzte Twister-Erhaltungspflege ersetzt filmbildende Reinigungschemie durch mikromechanisches Nachpolieren mit klarem Wasser. Der HACCP-vorgeschriebene Desinfektionsschritt bleibt unberührt. Der Vorteil für ableitfähige Böden: es entsteht keine isolierende Wachsschicht, die den nach DIN EN 61340-5-1 geforderten Ableitwiderstand über die Zeit gefährden könnte.

Falsche Reinigung ist die häufigste Ausfallursache von ESD-Böden. Wachshaltige oder filmbildende Reiniger bauen eine isolierende Schicht auf und gefährden den nach DIN EN 61340-5-1 geforderten Ableitwiderstand. Das Twister-Prinzip verhindert genau das.

Praktische Folgen:

Einsatzbereiche mit höchsten regulatorischen Anforderungen

Bewährt in den kritischen Zonen der Industrie

Wo Standardbeschichtungen durch chemische oder mechanische Last versagen, ist PharmaFloor die dauerhafte Lösung. Vier Einsatzbereiche, in denen das System seine Stärken konsequent ausspielt.

Sterile pharmazeutische Produktionshalle mit Edelstahl-Abfüllanlage und fugenlosem Boden aus Hexacer-Fliesen - Visualisierung von GMP-regulierten Bereichen der Klassen A bis D.

Pharmazeutische Produktion und Abfüllung

GMP-Klassen A bis D, Partikelemission begrenzt durch den fugen- und topografiefreien Boden, Reinigbarkeit nach Annex-1-Anforderungen gesichert. Für sterile Bereiche der Klassen A und B gilt: keine Abläufe im Boden, absolut glatte und ungebrochene Oberflächen. Das PharmaFloor-System erfüllt diese Anforderungen konstruktiv.

Säurelager mit Edelstahltanks und Abflussrinne - Gelbe Flüssigkeit ist auf dem hexagonalen Fliesenboden ausgelaufen - Visualisierung der Chemikalienbeständigkeit bei Havarien in der chemischen Industrie.

Chemische Industrie und Säurelager

Widerstandsfähig gegen konzentrierte Säuren, Laugen und Lösungsmittel, auch bei Havarien. Flüssigkeitsdicht nach WHG § 62 und AwSV. Fugenharz-Bewertung A für Schwefelsäure 50 % und Natronlauge 50 % nach DIN EN ISO 10545-13. Für Gewässerschutzanforderungen steht unsere Seite WHG-Gewässerschutzboden mit Detailinformationen zur Verfügung.

Blick in ein steriles Labor mit weißen Arbeitsbänken und sensibler Messtechnik auf einem ableitfähigen Hexacer-Boden - Visualisierung von ESD-Schutz in der Biotechnologie und F&E.

Labore, Forschung und Entwicklung, Biotechnologie

Reinraumtauglich nach ISO 14644-1, zuverlässig ableitfähig nach DIN EN 61340-5-1. Schützt empfindliche Elektronik und Messgeräte vor elektrostatischen Entladungen. Für Batterieproduktion, Halbleiter-Labore und weitere ESD-kritische Umgebungen finden Sie ausführliche Informationen auf unserer Seite ESD- und Antistatik-Böden nach DIN EN 61340-5-1.

Industrielle Lebensmittelproduktion mit Heißdampfreinigung auf Hexacer-Boden - Visualisierung von thermischer Schockbeständigkeit und Hygiene in der Kosmetikindustrie.

Kosmetik und Lebensmittelproduktion

Heißdampf- und fettbeständig durch die thermische Stabilität des Feinsteinzeugs. Hohe Reinigbarkeit bei gleichzeitiger Rutschhemmung nach DIN 51130, Klasse R9 für Trockenbereiche. HACCP-Konzepte nach EU-VO 852/2004 werden durch die fugenlose Oberfläche konsequent unterstützt.

Sanierung & Retrofit

Compliance im Bestand wiederherstellen

Defekte Fugen oder gerissene Platten gefährden Ihre GMP-Konformität. Wir setzen Bestandsflächen technisch gleichwertig zum Neubau instand: effizient, staubarm und in Teilabschnitten.

Das Problem: Fugen-Erosion, Rissbildung, Delamination

Aggressive Reinigungschemie wäscht Zementfugen aus. Was einmal als scharfe Linie begann, wird zur Rille. Keime siedeln sich an, Rückstände akkumulieren. Kunstharzbeschichtungen verspröden unter dynamischer Last, Mikrorisse entstehen. Filmbildende Beschichtungen platzen ab, wenn Osmose, Weichmacherwanderung aus Staplerreifen oder mechanischer Stress von innen drückt. Das Ergebnis ist eine nicht mehr GMP-konforme Fläche, die den nächsten Audit nicht besteht.

Rückbau im laufenden Betrieb ist selten darstellbar. Hier liegt der systemische Vorteil des Sechseckverbunds.

Split-Ansicht einer Bodensanierung - Links alter Fliesenboden mit ausgewaschenen Fugen und Hohlräumen im Querschnitt - Rechts sanierte Fläche mit hexagonalen Fliesen ohne Fugenvertiefung - Visualisierung von Retrofit im Bestand.

Modulare Instandsetzung

Beim Retrofit von Pharma-Reinraumböden hat das Sechsecksystem gegenüber gegossenen Kunstharzbeschichtungen den Modularitäts-Vorteil: beschädigte Fliesen werden gezielt aus dem Verband gelöst, ersetzt, neu verfugt und lokal beigeschliffen. Die reparierte Fläche verbindet sich monolithisch mit dem Bestand ohne sichtbare Übergänge oder Stolperkanten.

Kunstharz-Beschichtungen dagegen erfordern bei lokalen Schäden meist eine großflächige Erneuerung: lokale Ausbesserungen hinterlassen sichtbare Ränder, die Norm-Konformität bleibt fraglich.

3-teilige Ansicht der modularen Instandsetzung - Links gerissene Sechseckfliese - Mitte Austausch der defekten Platten mit Saugheber und Werkzeug - Rechts fertig sanierter monolithischer Boden ohne sichtbare Ansätze.

Re-Grinding

Bei intakter Substanz wird die oberste Verschleißschicht mikrometergenau abgeschliffen. Tiefsitzende Verschmutzung und Verfärbungen werden entfernt, frische Keramikstruktur freigelegt. Danach folgen Politur und Versiegelung, die die Reinraum-Spezifikation wieder herstellt. Das Ergebnis ist messtechnisch gleichwertig mit einer Neufläche.

Bodenschleifmaschine beim Re-Grinding Prozess auf hexagonalen Fliesen - Visualisierung des Oberflächen-Reset von matt und verkratzt zu neuwertig poliert für Reinräume.

Ihre Vorteile im Retrofit

Häufige Fragen zu Pharma- & Reinraumboden

FAQ: Pharma- & Reinraumboden

Planungssicherheit in sensiblen Fertigungsbereichen entsteht durch belastbare technische Fakten. Im Folgenden klären wir die wichtigsten Parameter zu GMP-Konformität, chemischer Beständigkeit und Sanierung im laufenden Betrieb.

Ja. Das PharmaFloor-System ist auslegbar nach den Vorgaben des EU-GMP-Leitfadens Annex 1 in der Revision 2022, die seit dem 25. August 2023 verbindlich gilt. Die Revision fordert für alle GMP-Klassen A bis D: glatte, undurchlässige und ungebrochene Oberflächen ohne Vertiefungen. Ergänzend ist das System nach ISO 14644-1 auf Reinraumklassen ISO 1 bis ISO 9 auslegbar. Der monolithische Planschliff, der Keramik und Fugenharz auf eine Ebene bringt, erfüllt diese Anforderung konstruktiv.

Das System erzeugt eine flüssigkeitsdichte Oberfläche und ist geeignet für Anlagen, die nach § 62 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) in Verbindung mit der Anlagenverordnung wassergefährdender Stoffe (AwSV, in Kraft seit 1. August 2017) ausgeführt werden müssen. Der frühere WHG §19 gilt seit der Novelle 2009/2010 nicht mehr: die aktuelle Rechtsgrundlage ist § 62 WHG. Der konkrete Nachweis der Flüssigkeitsdichtheit wird projektspezifisch geführt.

Die Ableitfähigkeit beruht auf Volumensleitfähigkeit: leitfähige Sechseckkeramik, ableitfähiges Fugenharz, Kupferbandnetz und Erdungsanschluss am Potenzialausgleich des Gebäudes. Der Systemwiderstand liegt dauerhaft unter den Grenzwerten der DIN EN 61340-5-1: Erdableitwiderstand Rg unter 1 × 10⁹ Ω, Systemwiderstand unter 3,5 × 10⁷ Ω, Begehspannung unter 100 V (DIN EN 61340-4-5). Der Zielwiderstand wird projektbezogen festgelegt. Nach Fertigstellung wird ein vollständiges ESD-Messprotokoll ausgehändigt.

Ja. Die fugenlose, topografiefreie Oberfläche des PharmaFloor-Systems beseitigt die wichtigste Schwachstelle in HACCP-Konzepten nach EU-Verordnung 852/2004: die Fuge als Schmutznest. Keine Vertiefungen, kein Übergang zwischen Fliese und Fuge, volle Kontaktfläche für Reinigungsgeräte. Das System unterstützt sowohl die präventiven Hygienemaßnahmen als auch die Reinigungsverifikation.

Der grundlegende Unterschied liegt im Systemprinzip. Epoxidharz liegt als Film auf der Betonoberfläche. Unter dynamischer Last entstehen Mikrorisse, Feuchtigkeit unterwandert den Film, Delamination folgt. Für ableitfähige Varianten kommt hinzu: die ESD-Funktion liegt in der Deckschicht. Wenn sie abnutzt, sinkt die Ableitfähigkeit. Nachbeschichtung alle 3 bis 5 Jahre unter Betriebsunterbrechung ist die Regel.

PharmaFloor setzt auf vollvitrifiziertes Feinsteinzeug im Rüttelverbund: kein Film, der delaminiert, keine Opferschicht, die erneuert werden muss. Die Ableitung liegt im Volumenmaterial.

Sehr hoch. Das Rüttelverfahren nach AGI-Arbeitsblatt S40 erzeugt einen hohlraumfreien, kraftschlüssigen Mörtelbett-Verbund, der Staplerlast von unten abstützt statt zu kippen. Die hexagonale Geometrie minimiert die Kantenpressung: Rollbelastungen treffen Fliesenkanten in stumpfen Winkeln. Das ist gegenüber rechteckigen Fliesen ein konstruktiver Vorteil. Biegefestigkeit und Bruchlast von Feinsteinzeug nach DIN EN 14411 liegen deutlich über den Anforderungen für Gabelstaplerbetrieb bis WB 40.

Ja, mit konkret messbaren Werten. Das Feinsteinzeug und das Reaktionsharz werden nach DIN EN ISO 10545-13 geprüft. Für den Fugenharz gilt: Bewertung A (Sehr gut) für Schwefelsäure 50 % und Natronlauge 50 %, Bewertung B (Gut) für Salpetersäure 25 % und Kalilauge 50 %. Das System ist geeignet für Säurelager, Galvanik und Produktionsbereiche mit sporadischen Havarien aggressiver Medien.

Uneingeschränkt. Vollvitrifiziertes Feinsteinzeug hat einen sehr niedrigen Wärmeausdehnungskoeffizienten und widersteht Temperaturwechseln, wie sie bei Heißdampfreinigung auftreten, ohne Delamination. Das ist der systemische Vorteil gegenüber filmbildenden Belägen: kein Interface zwischen Beton und Beschichtungsfilm, der unter Thermik bricht.

Ja. Bei intakter Substanz genügt Re-Grinding: die oberste Verschleißschicht wird mikrometergenau abgeschliffen, frische Keramikstruktur freigelegt, Politur und Versiegelung stellen die Reinraum-Spezifikation wieder her. Bei lokalen Schäden werden einzelne Fliesen gezielt aus dem Sechseckverband gelöst, ersetzt, neu verfugt und beigeschliffen. Die Sanierung erfolgt staubarm durch Absaugtechnik, in Teilabschnitten und ohne vollständigen Produktionsstopp.

Durch das Zusammenspiel von minimalster Fugenbreite, vollständiger Harz-Befüllung bis Oberkante und anschließendem Planschliff. Patentierte Abstandhalter definieren eine geometrisch kontrollierte, enge Fugenbreite. Das Reaktionsharz wird bündig verfugt. Der Planschliff bringt danach Keramik und Fugenharz auf exakt eine Ebene. Was übrig bleibt, ist eine Oberfläche ohne messbare Topografie.

Ja. Der geschliffene und polierte Keramikboden erreicht in der Regel Rutschhemmungsklasse R9 nach DIN 51130, geeignet für Trockenbereiche. Für Feuchträume oder häufige Nassreinigung wird die Körnung des Polierprozesses angepasst, um auch R10 zu erreichen. Der Glanzgrad und die Rutschsicherheitsklasse werden projektspezifisch festgelegt.

Das Twister-System mit diamantbesetzten Pads reinigt und poliert mikromechanisch nach, weitgehend mit klarem Wasser statt filmbildender Chemie. Der HACCP-Hygieneplan und die Desinfektionsschritte bleiben unberührt. Entscheidend für ableitfähige Böden: Wachshaltige oder filmbildende Reiniger bauen eine isolierende Schicht auf, die den nach DIN EN 61340-5-1 geforderten Ableitwiderstand über die Zeit gefährdet. Das Twister-Prinzip verhindert genau das.

Die Kontaminationskontrollstrategie (CCS) ist eine der zentralen Neuerungen der Annex-1-Revision 2022. Sie verlangt von Herstellern, alle kritischen Kontrollpunkte von Raumdesign und Bodenoberfläche über Reinigungsprotokolle bis zum Personalverhalten systematisch zu verknüpfen und ihre Wirksamkeit zu belegen. Der Boden ist als CCS-Element zu dokumentieren: er muss glatt, undurchlässig und ungebrochen sein (Annex 1 Abschnitt 4.5) und mit sporicidalen Reinigungsmitteln kompatibel sein. Das PharmaFloor-System erfüllt diese Anforderungen und ist im Zuge der Qualifizierungsdokumentation als CCS-Bestandteil abbildbar.

Pharma-Reinraumböden liegen in Deutschland je nach Ausführung zwischen ca. 80 EUR/m² für GMP-Basis-Ausführungen und über 200 EUR/m² für Premium-Systeme mit ESD-Ausführung, Hohlkehlen und nachgewiesener Chemikalienresistenz (Netto, ohne Untergrundvorbereitung). Kostentreiber sind Flächengröße, Reinraumklasse (Grade A/B aufwendiger als C/D), ESD-Kupferband und Erdungsanschlüsse, Bodenabläufe, Wandanschlüsse und der Dokumentationsumfang für IQ/OQ/PQ. Die ESD-Erstabnahmemessung schlägt mit 300 bis 800 EUR zu Buche. Über die Total Cost of Ownership sind dauerhaft volumensleitfähige Keramiksysteme wirtschaftlicher als ESD-Epoxidharzbeschichtungen, die alle 3 bis 5 Jahre unter Betriebsunterbrechung erneuert werden müssen. Fordern Sie eine Kalkulation für Ihre konkrete Fläche an.

Projektbezogene Validierung

Klären Sie spezifische Lastfälle direkt

Jeder Reinraum hat seine eigene Anforderungsmatrix. GMP-Klasse, Medienexposition, mechanische Last, ESD-Anforderung und Dokumentationstiefe für die Qualifizierung variieren von Anlage zu Anlage. Klären Sie die spezifischen Lastfälle Ihrer Fläche direkt mit unseren Anwendungstechnikern.

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Unsere Anwendungstechniker begleiten Sie von der Lastenanalyse bis zur GMP-gerechten Abnahme. Wir sichern Ihre Prozesse mit monolithischen, fugenlosen Bodensystemen, die mechanischen und chemischen Extrembelastungen dauerhaft standhalten und vollständig qualifizierbar sind.

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